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Digitalisierung der Arztpraxis: Ohne qualifizierte und motivierte Medizinische Fachangestellte läuft die Transformation ins Leere

11. April 2018

Worum es geht

Bei der Beschäftigung mit der Digitalisierung in Arztpraxen liegt der Fokus der Aufmerksamkeit auf den technischen Möglichkeiten und ihrem Nutzen. Kaum Beachtung findet die Notwendigkeit der Qualifizierung des Praxispersonals, zu deren Realisierung jedoch noch eine aktuelle Barrieren zu überwinden ist.

Die Transformation verändert die Personal-Anforderungen

Der Haupt-Anteil der Konkretisierung digitaler Lösungen liegt bei den Medizinischen Fachangestellten. Sie müssen mit den Instrumenten und Konzepten arbeiten, Tätigkeiten organisieren, Datenbestände pflegen, Geräte bedienen, den Patienten Funktionsprinzipien und Prozedere erklären. Das erfordert entsprechende Fähigkeiten, Selbststeuerung, funktionierende Zusammenarbeit und vor allem auch Motivation.

Die derzeitige Grundhaltung der Praxisinhaber muss sich verändern

Und genau hier liegt eine wesentliche Barriere: nur ein kleinerer Teil der niedergelassenen Ärzte gesteht ihren Mitarbeiterinnen ein hohes Maß an Eigenständigkeit zu, bezieht sie in Entscheidung- bzw. Veränderungsprozesse ein und fördert Teamwork und Kompetenz. Diese Haltung ist damit gleichzeitig einer der Gründe, warum die Arbeitsprozesse in vielen Praxisbetrieben gegenwärtig schlecht ausgebildet sind: fehlende Ziele, Regeln und Entscheidungseindeutigkeit, ungelöste Konflikte und geringe Leistungsanerkennung prägen der Alltag. Die betroffenen MFA können die notwendigen Anpassungen zwar benennen, finden aber kein Gehör und keine Akzeptanz bei den Entscheidern. Ebenso sind niedergelassene Ärzte im Hinblick auf die Fortbildung ihrer Personals äußerst zurückhaltend. Sie sehen Seminare und Kurse in erster Linie als Kostenfaktoren, weniger als Motivations- und Produktivitätsschub.

Über ein Reset ins Gespräch kommen

Gruppendiskussionen und Befragungen zeigen aber auch, dass Praxisinhaber sich in ersten Ansätzen dieser Situation und der generellen Bedeutung einer Aktivierung und Förderung der Mitarbeiter-Potenziale für den Praxis-Erfolg bewusst werden. Allerdings wissen sie nicht, wie ein „Reset“ der Zusammenarbeit aussehen könnte. Ein einfach umzusetzender Weg sind entsprechend ausgerichtete Praxisanalysen, bei denen die verschiedenen Standpunkte, Ideen und Vorschläge gesammelt und einander gegenübergestellt werden. Über diesen Mechanismus kommen Praxisteams ins Gespräch. Für viele Mediziner ergibt sich dann hieraus die Einsicht, dass ihre MFA eigentlich die besten Praxisberater sind. Aus diesem Grund eignen sich derartige Untersuchungen und ihre Ergebnisse nicht nur dazu, die Kooperationen akut zu verbessern, sondern fungieren gleichzeitig als vorbereitender Einstieg in die Digitalisierung.


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©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren

Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

Bildnachweis

©IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES



 

 

 

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