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Digitalisierung der Arztpraxis: Mit der Transformation steigen die Anforderungen an die organisatorischen Fähigkeiten von Praxis-Teams

9. April 2018

Worum es geht

Digitale Lösungen können ohne eine funktionierende Praxisorganisation weder sachgerecht integriert noch nutzbringend eingesetzt werden. Derzeit sind damit die Ausgangsvoraussetzungen in Arztpraxen sehr schlecht, aber es gibt einfache Lösungsmöglichkeiten.

Durch den Substitution-Gedanken fehlgeleitet

Eine der Fehleinschätzungen von Ärzten und medizinischen Fachangestellten im Hinblick auf Transformation besteht darin, dass sie davon ausgehen, dass es durch Automatisierungs-Vorgänge zu einer Arbeitsentlastung kommen wird. Ursächlich hierfür ist die Annahme, dass Digital-Lösungen bisherige Arbeiten ersetzen. Das wird in Teilbereichen zutreffen, doch ebenso kommen neue Tätigkeiten hinzu. Wie die Bilanz für den einzelnen Praxisbetrieb aussehen wird, hängt von der jeweils gewählten Digitalisierungs-Strategie ab, denn „die Digitalisierung“ wird es nicht geben, sie ist – abgesehen von allgemeinen Anforderungen – eine individuelle unternehmerische Entscheidung. In der Gesamtbetrachtung ist jedoch davon auszugehen, dass das Arbeitsaufkommen sich zumindest nicht reduzieren wird.

Beispiel Datenmanagement

Eine neue Tätigkeit besteht z. B. im Management der Daten, mit denen Arztpraxen in verschiedenen Ausprägungen zunehmend konfrontiert sein werden und die es zu beschaffen, zu systematisieren und zu aktualisieren gilt. Hierfür ist ein sehr gut funktionierendes Management notwendig, das die Arbeiten im Rahmen der Patientenversorgung ergänzen wird. Zudem sind Daten in Arztpraxen kein Selbstzweck, sondern immer mit direkten oder möglichen Handlungen verknüpft.

Arztpraxen sind heute organisatorisch schlecht aufgestellt

Bewältigt werden kann das Ganze nur mit Hilfe einer voll funktionsfähigen Praxisorganisation. Doch die Ausgangsvoraussetzungen hierfür sind heute (noch) denkbar schlecht: Haus- und Fachärzte setzen gegenwärtig – über alle Fachgruppen und Praxisformen bzw. –größen betrachtet – durchschnittlich nur 46,8% der für eine reibungslos funktionierende Praxisorganisation notwendigen Regelungen und Instrumente ein. Die hieraus resultierende Patientenzufriedenheit erfüllt lediglich 58,3% der Anforderungen und Wünsche. Und selbst in Betrieben, in denen die Teams akut keine Beeinträchtigung ihrer Arbeit verspüren, existieren häufig organisatorische Risikofaktoren, die mittel- bis langfristig zu Problemen führen.

Neue Wege der Praxismanagement-Optimierung

Ohne eine Verbesserung dieser Situation wird die Digitalisierung in vielen Praxen zu einer weiteren Verschärfung der Situation führen. Die harmloseste Auswirkung ist, dass die Patienten der Online-Videosprechstunden ebenso lange vor ihren Monitoren sitzen wie ihre Leidensgenossen in den Praxen. Für Abhilfe können hierbei Innovationen sorgen. So ist es beispielsweise mit der Unterstützung durch ein Expertensystem möglich, mit einem Arbeitseinsatz von nur einer halben Stunde für den Arzt, ergänzt durch eine Mitarbeiter- und Patientenbefragung, durchschnittlich 38 konkrete Optimierungsansätze für die Praxisarbeit zu ermitteln. Wie das funktioniert, ist in einer kurzen Präsentation und einem Whitepaper beschrieben. Zur Präsentation und zum Download…

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren

Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

Bildnachweis

©IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES

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