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Im Best Practice-Check: Das IGeL-Management in Arztpraxen

14. November 2017

IGeL-Angebote sind in vielen Arztpraxen ein fester Bestandteil des Leistungsangebots. Eine Auswertung von Praxisanalysen zeigt, dass das hiermit verbundene Management in vielen Fällen mehr als unprofessionell ist.

Ärzte sehen IGeL als positive Erweiterung

Die Ärzte Zeitung berichtet in ihrer Ausgabe vom 10.11.2017 über die Resultate einer Befragung von Ärzten zu IGeL. Neben dem wirtschaftlichen Aspekt setzen die Befragten diese Leistungen zur Erhöhung der Versorgungsqualität, zur Komplettierung des Leistungsangebots und für Patienten mit erhöhten medizinischen Betreuungs-Ansprüchen ein.

Ein Angebot mit gravierenden handwerklichen Fehlern

Betrachtet man IGeL-Angebote von Arztpraxen unabhängig von der Diskussion über ihre Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit allein unter betriebswirtschaftlichen Aspekten, zeigt sich auf der Basis einer Sonderauswertung von Valetudo Check-up©-Praxisanalysen, dass sie zum großen Teil unter unprofessionellen Bedingungen eingesetzt werden:

(1)
lediglich knapp 10% der IGeL-anbietenden Praxisinhaber haben ihr Angebot finanziell kalkuliert und können deshalb kaum sagen, in welchem Umfang sich der Aufwand überhaupt lohnt,

(2)
deshalb werden auch so gut wie nie Erfolgsanalysen durchgeführt oder die Patientenzufriedenheit mit dieser speziellen Angebotsform ermittelt,

(3)
eine genaue Markt- und Patientenstruktur-Analyse wurde nur von knapp 15% der Ärzte durchgeführt,

(4)
weniger als 20% der Praxisteams haben sich systematisch auf die Umsetzung ihrer Angebote vorbereitet.

IGeL- Angebote sind kaum Best Practice-ausgerichtet

Insgesamt werden in IGeL-anbietenden Arztpraxen – über alle Fachgruppen und Praxisformen bzw. –größen betrachtet – durchschnittlich nur 34% der für ein reibungslos funktionierendes IGeL-Management notwendigen Regelungen und Instrumente eingesetzt. Hier liegt ein immenses Leistungspotenzial brach, das mit wenigen Handgriffen aktivierbar ist.

Ein Fallbeispiel

Welche Probleme im Zusammenhang mit einem IGeL-Angebot zu beachten sind, zeigt beispielhaft das Valetudo Check-up©-Resultat einer Allgemeinarzt-Praxis. Das Team bietet seit einem Jahr IGeL an. Zwar entscheiden sich Patienten zur Inanspruchnahme der Leistungen, doch das Angebot kann sich nicht wirklich durchsetzen, so dass auch der geplante Umsatz nicht erreichbar ist. Dabei schienen die Voraussetzungen zunächst zu stimmen: entgegen der sonstigen Praxis waren das Angebot betriebswirtschaftlich kalkuliert, die Umsetzung geplant, Unterlagen entwickelt und alle Details mit den Mitarbeiterinnen besprochen. Die Valetudo Check-up©-Analyse machte jedoch deutlich, dass eine Reihe wichtiger Punkte und Optimierungsansätze bislang nicht berücksichtigt worden waren:

(1)
Eine wesentliche Voraussetzung für den IGeL-Erfolg ist das Engagement der Mitarbeiterinnen. In der untersuchten Praxis war dies durch einen bislang nicht beigelegten Teamkonflikt deutlich eingeschränkt, der aus einer unzureichende Aufgabenverteilung resultierte.

(2)
Ebenfalls Motivations-hemmend waren die nur sporadisch stattfindenden Teambesprechungen, in denen Erfahrungen zur IGeL-Arbeit hätten aus getauscht und Probleme besprochen werden können.

(3)
Die Medizinischen Fachangestellten hatten zwar eine Einweisung in die IGeL-Arbeit erhalten, fühlten sich aber in der Argumentation unsicher, da sie hierzu keine Hilfestellung oder Beispiele erhalten hatten. Darum vermieden sie bei vielen Patienten, IGeL anzusprechen.

(4)
Darüber hinaus bestand keinerlei Anreiz für das Personal, IGeL anzubieten, folglich wurde das Angebot als Zusatzbelastung angesehen.

(5)
Das vorhandene Informationsmaterial beschrieb zwar vollständig die Leistungen, war aber inhaltlich zu wenig auf die Patientenbedürfnisse (Verständlichkeit) ausgerichtet.

(6)
Der Praxisinhaber hatte bislang noch keine Arbeitsanalyse durchgeführt und somit auch die Ursachen für die zu langen Wartezeiten noch nicht identifiziert (fehlende Pufferzeiten, Einschieben von Patienten, Mehrfachbelegung von Terminen), die zu erheblicher Unzufriedenheit nicht nur bei den IGeL- Patienten führten.

(7)
Hinzu kam ein geringer Wartekomfort (alte Zeitungen, dunkles Wartezimmer, unbequeme Stühle).

Fazit

Praxisinhaber, die IGeL erfolgreich anbieten wollen, müssen nicht nur hierfür eine Best Practice-Ausrichtung etablieren, sondern benötigen gleichzeitig ein optimiertes Praxismanagement als Grundlage.

Weiterführende Informationen und Hilfestellungen zum Thema

Der Valetudo Check-up© „Praxismanagement“: Triale Optimierung und Zukunftssicherung der Praxisführung. Alle Informationen im Überblick…

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren

Thill, Klaus-Dieter: (Titel), IFABS: BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)


IFABS TeleConsulting-Shop Thill


 

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From → Arztpraxis

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