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Meine Hausarztpraxis wird digital: Wie Patienten diese Entwicklung sehen

2. Juni 2017

Die Digitalisierung bietet nicht nur Medizinern, sondern auch Patienten eine Vielzahl von Vorteilen, aber werden sie bereits erkannt? Eine Exploration ging dieser Frage nach.

Die Digitalisierung schreitet voran

Die Möglichkeiten, die Arbeit in Arztpraxen zu digitalisieren sind vielfältig und schon lange nicht mehr reine Fiktion, sondern anwendbare Realität. Von den neuen Optionen profitieren nicht nur Praxisteams, sondern auch Patienten, man denke nur an die gegenwärtig wachsenden Bereiche der Online-Terminvereinbarung, der Video-Sprechstunde oder der Tele-Konsultationen, die nicht nur Komfort liefern, sondern vor allem die Versorgungsqualität erhöhen. Aber wie sehen Patienten ihre neue „digitale Situation“? In einer Serie von Gruppendiskussionen mit Teilnehmern einer repräsentativen Bevölkerungs-Stichprobe wurden deren Einstellungen zur Digitalisierung der Arbeit von Arztpraxen ermittelt.

Rudimentäre Kenntnisse der Möglichkeiten

Insgesamt zeigte sich eine zurückhaltend-positive Resonanz, was u. a. darauf zurückzuführen ist, dass die Kenntnisse der Möglichkeiten nur sehr rudimentär ausgeprägt waren. Die Konzepte von Online-Terminvereinbarungen und -Videosprechstunden kannten alle Teilnehmern aus der Tagespresse. Themen wie Telekonsultationen, die elektronische Patientenakte oder das Wearable-basierte Gesundheitsmonitoring waren nur einigen wenigen geläufig. Insgesamt bestand jedoch Einigkeit, dass in Arztpraxen und Krankenhäusern zukünftig „wesentlich mehr mit dem Computer gemacht wird“.

Schaffen die das?

Der zweite Teil der Gruppengespräche beschäftigte sich damit, den Einsatz der zu Beginn erörterten Digital-Instrumente auf die Arbeit der eigene Hausarztpraxis zu übertragen. Hier herrschte tiefgreifende Skepsis, die das Statement eines Teilnehmers auf den Punkt bringt: er bemerkte, dass seine Hausärztin und ihr Mitarbeiterinnen sich zwar hervorragend um die Patienten kümmern, man aber seit Jahren nicht in der Lage sei, den Praxisbetrieb vernünftig zu organisieren: „…wenn das Team jetzt auch noch die ganzen elektronischen Sachen machen soll, bricht der Betrieb doch ganz zusammen!“

Die Unsicherheit überwiegt (noch)

Insgesamt sahen die Teilnehmer durchaus Vorteile, die die Digitalisierung bei der Schnelligkeit der Datenerhebung und -übermittlung leistet, auch bei der diagnostischen Gründlichkeit oder bei Therapie-Kontrollen. Sie befürchteten aber gleichzeitig – und das in deutlich ausgeprägter Form -, dass sich eine zunehmende Technisierung zu Lasten der persönlichen Patientenkontakte auswirken könnte. Einige berichteten davon, dass ihre behandelnden Ärzte bereits jetzt mehr Blickkontakt zu ihrem PC-Monitor haben als zu ihnen.
Auch die Datensicherheit war für die Teilnehmer ein wichtiger Aspekt, einmal unter der Fragestellung, wie ihre elektronischen Angaben vor Verlust geschützt sind und wer alles Zugriff auf ihre Daten hat.

Aufklärung ist notwendig

Die Gruppendiskussionen zeigten, dass das Wissen in der Öffentlichkeit über die Digitalisierung noch nicht weit ausgebildet ist und dass in vielen Bereichen ausgeprägte Unsicherheiten bestehen. Die Resultate unterstreichen die Notwendigkeit, neben den Fachkreisen auch auf die Bevölkerung möglichst frühzeitig aufklärend einzuwirken.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren

Thill, Klaus-Dieter: (Titel), BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

Bildnachweis

© IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES


IFABS TeleConsulting-Shop Thill


 

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From → Arztpraxis, Patient

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