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Transformation des Gesundheitswesens: Die Digitalisierung ist keine lineare Extrapolation der Gegenwart

28. März 2017

Niedergelassene Ärzte betrachten die Auswirkungen der Transformation des Gesundheitswesens als einen Art „digitalisierte Gegenwart“, doch das ist ein fataler Irrtum.

Wie bisher, nur digitaler?

Gruppendiskussionen mit niedergelassenen Ärzten zeigen, dass Mediziner die Digitalisierung perspektivisch als eine Mischform aus Add-on und Substitutions-Lösungen sehen. Im Kern gehen sie jedoch davon aus, dass die grundlegenden Funktionen ihrer Betriebe weitgehend beibehalten werden. Die Anwendung von Apps, Sensoren und Devices kann jedoch ab einem bestimmten Entwicklungs-, Kompatibilitäts- und Integrationszustand in ein Szenario münden, in dem Patienten nicht mehr zum Arzt gehen, wenn sie sich krank fühlen, sondern aufgefordert werden, dorthin zu kommen, wenn sich abzeichnet, dass sie erkranken könnten.

Arbeitsalltag und -anforderungen verändern sich

So ist es vorstellbar, dass Patienten ihre Hausärzte mit einem kontinuierlichen Monitoring ihrer Vitalfunktionen und Laborwerte beauftragen. Ein Software-Programm scannt in der Praxis regelmäßig nach individuellen Vorgaben alle überwachten Patientenparameter und meldet, wenn sich Unregelmäßigkeiten andeuten. Diesem Fall sind dann, in Abhängigkeit von der Art der Abweichungen, nach Dringlichkeit verschiedene Handlungsstufen zugeordnet , die die Praxis dem Patienten mitteilt, begonnen bei der Bitte, in der nächsten Zeit in die Praxis zu kommen bis zur Aufforderung, sich umgehend in ärztliche Versorgung zu begeben, u. U. sogar mit konkreter Benennung der am besten anzusteuernden sektorale Destination (ambulant, stationär).

Wandel des Gesamtsystems

Für die Arbeit von Praxisteams würde das eine deutliche Veränderung bedeuten, da sie aus einer passiv-abwartenden in eine proaktive Position wechseln. Dieser Ansatz erfordert im Vergleich zur Gegenwart eine vollkommen andere Ausrichtung des Arbeitsalltages in Arztpraxen, zudem sind neben dem medizinischen Know-how nun auch technische und noch bessere organisatorische Fähigkeiten gefragt.
Dieses Szenario ist eines von vielen denkbaren, denen allen gemeinsam ist, dass die Transformation perspektivisch nicht zu einer „digitalisierten Gegenwart“ führt, sondern jenseits aller medizinischen, politischen, rechtlichen, sozialen, ethischen oder finanziellen Gesichtspunkte Strukturen bzw. Prozesse auflösen kann und wird. Auf diese Entwicklung müssen sich nicht nur niedergelassene Ärzte einstellen.

Weiterführende Informationen und Hilfestellungen zum Thema

Der Valetudo Check-up© „Digitaler Prädispositions-Status (DPS) Arztpraxis“. Zur Leistungsbeschreibung…
d-Change: Digitalisierung der Arztpraxis. Alle Beiträge in der Übersicht…

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren

Thill, Klaus-Dieter: Transformation des Gesundheitswesens – Die Digitalisierung ist keine lineare Extrapolation der Gegenwart, BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

Bildnachweis

© IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES

IFABS TeleConsulting-Shop Thill

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