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Gesundheitswesen: Bessere Arbeitsqualität und Patientenversorgung durch Überwindung der ärztlichen Betriebswirtschafts-Phobie

5. Januar 2017

Mediziner stehen betriebswirtschaftlichen Methoden und Instrumenten aus einem falschen Verständnis heraus skeptisch bis ablehnend gegenüber. Eine Umkehr könnte jedoch viele tägliche Probleme lösen.

Spannungsfeld „Medizin und Betriebswirtschaft“

Eine optimierte Patientenversorgung scheitert vor allem an un- oder teilgenutzten Leistungspotenzialen der Akteure des Gesundheitswesens. Doch bereits die Erwähnung dieses oder anderer Begriffe aus der Betriebswirtschaftslehre löst bei den meisten Medizinern fast phobische Reaktionen aus. Hierbei wird jedoch missachtet, das alle Strukturen und Prozesse, in die anamnestische, diagnostische und therapeutische Aktivitäten eingebettet sind, betriebswirtschaftlichen Grundsätzen folgen.

Eine falsche Sicht

Die Phobie-Gründe sind vielfältig, sie werden aber vor allem von einer falschen Definition geleitet: Ärzte verbinden mit „Betriebswirtschaft“ nur den Teilbereich des Finanzmanagements sowie eine alleinige Ausrichtung auf für sie nicht akzeptable Gewinn-Maximierung. Doch speziell die angewandte Betriebswirtschaftslehre ist eine umfassende, das gesamte betriebliche Handeln umfassende Hilfswissenschaft, die unter dem Primat der Ziele des Anwenders unterstützende Methoden und Instrumente zu ihrer Erreichung anbietet, selbst jedoch keine Vorgaben macht. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass der Maximierungs-Ablehnung eine Haltung gegenübersteht, mit der bei Veränderungen der Arbeitsbedingungen kaum nach dem Nutzen, sondern stets als erstes nach der Honorierung gefragt wird.

Die Produktivität im Zerrspiegel

Ein klassisches Beispiel für die Erzeugung phobischer Reaktionen ist der Begriff „Produktivität“, dem vor allem entgegnet wird, dass man Mediziner sei und keine Maschine, dass es um Patienten geht und nicht um Schrauben etc. Doch was bedeutet „Produktivität“? Zunächst einmal nichts anderes als die Relation von Einsatz und Ergebnis. In einem unzureichend organisierten Praxisbetrieb ist die Produktivität schlecht, der Aufwand im Verhältnis zum Ergebnis zu hoch. Erfolgt mit Hilfe betriebswirtschaftlicher Analyse-Verfahren und -Instrumente eine Korrektur, entstehen Freiräume, die verschieden genutzt werden können, z. B. für eine ausführlichere Patienteninformation, zur Stress-Reduktion durch ein weniger gedrängtes Arbeiten, aber natürlich auch, um mehr Patienten zu behandeln. Das jeweilige Ziel bestimmt immer der Anwender.

Zwei Welten

Die Öffnung gegenüber betriebswirtschaftlicher Unterstützung hat bereits jetzt zu einer Zwei-Klassen-Praxismanagementqualität geführt. Betriebe, die sich mit ihrer Praxisführung am Best Practice-Standard orientieren, sind nicht nur durch eine deutlich höhere Arbeitsmotivation, weniger Stress und zufriedenere Patienten gekennzeichnet, sondern auch durch einen ausgeprägteren wirtschaftlichen Erfolg, der sich fast zwangsläufig als Nebeneffekt einstellt. Die Honorierung-Frage ist dabei schon sekundär.

Weiterführende Informationen und Hilfestellungen zum Thema

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©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren:

Thill, Klaus-Dieter: Gesundheitswesen: Bessere Arbeitsqualität und Patientenversorgung durch Überwindung der ärztlichen Betriebswirtschafts-Phobie, BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

Bildnachweis:

© IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES

IFABS TeleConsulting-Shop Thill

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