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Medizin: Warum für die Breitenakzeptanz digitaler Innovationen im Gesundheitswesen Funktionsbelege statt Vorteils-Versprechen benötigt werden

2. Januar 2017

Die Bereitschaft von Medizinern, eHealth- und mHealth-Lösungen einzusetzen, kann durch konkrete Fallbeispiele nachhaltig gefördert werden.

Diskrepanz zwischen Vorteilen und Anwendungsrealität

Wer sich auf den Internet-Auftritten von Anbietern, Verbänden und Vereinen der Digitalwirtschaft informiert, stößt auf eine Flut grundsätzlicher Vorteils-Beschreibungen zu den angebotenen bzw. vertretenen Konzepten, Lösungen und Geräten. Gleichzeitig muss die Branche jedoch feststellen, dass die Anwendungs-Bereitschaft vor allem von Medizinern bislang eher gering ist.

Acht Gründe

sind hierfür verantwortlich:
(1) die – falsche – Annahme der Existenz eines für die Implementierung notwendigen technischen Know-hows bzw. einer Grund-Affinität zu digitalen Hilfsmitteln,
(2) die Verwendung von Argumenten, die vor allem für Mediziner keinen Trigger-Effekt besitzen,
(3) das Angebot von Lösungen für Probleme, die die Zielpersonen selbst gar nicht als solche empfinden,
(4) die Ausrichtung des Gesundheitswesens auf Leitlinien, Standards und Normen, die aber für die Angebote der Digitalwirtschaft (noch) nicht existieren,
(5) eine für viele zu nachdrückliche Berichterstattung („…ein Trend, der nicht umkehrbar ist..“, „…schon jetzt beginnen, die Zukunft zu gestalten…“, „…nicht den Anschluss verpassen…“), die zu einer Abwehrhaltung führt,
(6) eine generell gering ausgeprägte Innovationsbereitschaft im Gesundheitswesen,
(7) Management- und Arbeitsprobleme der Gegenwart, deren Bewältigung den Blick für Neues verstellt sowie
(8) ungeklärte Abrechnung- und Honorierungsfragen.

Wanted: Funktionsbelege statt Vorteils-Versprechen

Ein Teil dieser Bartieren ließe sich jedoch überwinden, wenn die Kommunikation von der allgemeinen Ebene auf eine konkrete Darstellung wechseln würde, wie der Anwender-Nutzen konkret aussieht, zum Beispiel in Form von Fallbeispielen. Diese Darstellungsweise wird bislang in den Marketing-Konzepten der Anbieter, aber auch in der Information-Politik von Interessengruppen viel zu wenig eingesetzt.

Potenzielle Digital-Nutzer möchten wissen,

– welche Voraussetzungen es zu erfüllen gilt,
– was vorbereitend getan werden muss ,
– welche Implementierungsschritte notwendig sind,
– auf welche Barrieren, Probleme man stoßen kann und
– wie der Nutzen im Arbeitsalltag ganz konkret aussieht.

Der Nutzen von Funktionsbelegen

Detailliert beschriebene Fallbeispiele dienen dazu,
– die allgemeinen Vorteile in die Realität zu übersetzen,
– sie veranlassen zum Nachdenken und erhöhen die Aufmerksamkeit,
– sie bieten eine Orientierungsmöglichkeit,
– sie geben eine Handlungsanleitung,
– sie motivieren und
– fördern die Anwendungsbereitschaft.

 

d-change Digitalisierung des Gesundheitswesens IFABS Thill

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Weiterführende Informationen und Hilfestellungen zum Thema:

Tipps für die Kommunikation mit digitalmedizinisch orientierten Patienten

Diesen Beitrag zitieren:

Thill, Klaus-Dieter: Warum für die Breitenakzeptanz digitaler Innovationen im Gesundheitswesen Funktionsbelege statt Vorteils-Versprechen benötigt werden, BENCHMARK!, (Publikations-Datum des Beitrags)

Bildnachweis:

© IFABS Photo-Edition, erhältlich bei EYEEM und GETTY IMAGES

IFABS TeleConsulting-Shop Thill

 

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