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Digitalisierung des Gesundheitswesens: Das Problem der App-Insellösungen

16. Dezember 2016

Ein Wachstums-Markt

Die Anzahl der Apps und Internetseiten, die Gesundheits-Interessierten und Patienten Informationen und Hilfestellungen bieten, wächst ständig. Der Markt ist für den Laien inzwischen fast gar nicht mehr überschaubar, von der Ärzteschaft ganz abgesehen. Dennoch stehen weite Teile der Bevölkerung der Digitalisierungs-Entwicklung positiv gegenüber. Das zeigten auch aktuell durchgeführte Gruppendiskussionen mit chronisch erkrankten Patienten.

Mehrere Apps = mehrere digitale Akten

Diese wiesen jedoch auf ein bislang wenig beachtetes Problem hin: Apps, die speziell Chronikern bei der Bewältigung ihrer Leiden helfen sollen, gelangen in den meisten Fällen nur dann zu voller Funktionsfähigkeit – vor allem dann, wenn sie interaktiv angelegt sind -, wenn die Anwender auch ihre persönlichen Angaben zu Begleiterkrankungen oder Medikamenten in einer digitalen Akte hinterlegen. Da die einzelnen Systeme nicht kompatibel sind, viele aber durchaus zwei oder auch mehrere Apps nutzen, besteht jedes Mal die Notwendigkeit einer Daten-Neueingabe und damit einer fortwährenden Aktualisierung und Koordination.

Ein Fallbeispiel

Ein Patient führte das Beispiel an, dass er Mitglied eines elektronischen Medikamentenplan-Systems ist und parallel die Dienste einer kardiologischen Fern-Überwachung in Anspruch nimmt. Ist seine Medikation auf der zweitgenannten Plattform nicht stets aktuell, können die Ärzte des Services, die i. d. R. weder mit den Haus- noch den behandelnden Fachärzten identisch sind, auch keine adäquate Diagnose stellen und passende Handlungsempfehlungen geben. Zusätzlich verfügte er noch über einen Health-Tracker, so dass der Anpassungsaufwand für ihn weiter steigt.

Ein Ende ist (vielleicht) in Sicht

Hier zeigt sich eine deutliche Schwäche der gegenwärtigen Digital-Angebote: sie werden, da ja keine grundsätzlichen Referenzen oder Fixpunkte bestehen, als Insel-Lösungen entwickelt und als solche auf maximalen Anwender-Nutzen ausgerichtet. Das wird sich jedoch in der nächsten Marktentwicklung-Phase verändern, da sich bereits jetzt abzeichnet, dass einzelne Unternehmen, die für Großkunden wie z. B. Krankenkassen arbeiten, die Aufträge für Weiter- und Neuentwicklungen von Digital-Lösungen erhalten, Neu-Anbieter werden dafür erst gar nicht mehr gefragt. Aus parallel stattfindenden Kooperationen, durch das Ausscheiden nicht überlebensfähiger Angebote und mit HIlfe übergreifender Konzepte findet dann eine Marktkonsolidierung statt, die im Zeitablauf u. a. auch zur Entwicklung von Austausch-Schnittstellen führen wird.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

IFABS TeleConsulting-Shop

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