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d-change: Acht Gründe, warum die Digitalmedizin bei niedergelassenen Ärzten bislang nur auf geringe Resonanz stößt und was Anbieter dagegen tun können (2)

30. November 2016
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Es geht nicht so richtig voran mit der Digitalisierung der Arbeit in Arztpraxen. Eine wachsende Anzahl von Angeboten steht zur Anwendung bereit, doch die Akzeptanz im ambulanten Bereich ist gering. Bei der Suche nach Möglichkeiten, die technischen Optionen auf breiter Basis zu implementieren, müssen sich Digital-Anbieter – wie die Resultate einer Serie von d-change-Gruppendiskussionen mit niedergelassenen Ärzten zeigt – deutlich intensiver mit den Determinanten ärztlichen Handelns und Entscheidens auseinandersetzen, um mit angepassten Maßnahmen hieran anknüpfen.
Fortsetzung vom 28.11.2016
(5) Viele Praxisinhaber fühlen sich durch die Berichterstattung zur Digitalisierung („..ein Trend, der nicht umkehrbar ist..“, „…schon jetzt beginnen, die Zukunft zu gestalten…“, „…nicht den Anschluß verpassen…“) massiv unter Druck gesetzt und nehmen eine Abwehrhaltung ein. Diese Barriere erschwert die Präsentation und Argumentation erheblich („…ich lese das schon gar nicht mehr…“).
(6) Digital-Anbieter entwickeln ihre Angebote schnell und bringen sie in der gleichen Geschwindigkeit auf den Markt, das Trial & Error-Prinzip leitet ihre Prozesse. In Arztpraxen braucht man für alles viel Zeit: so wird in einer ganzen Reihe von Betrieben parallel zur PC-Arbeit immer noch mit Karteikarten gearbeitet. Auch ein Blick auf die Länge der Einführung des verbindlichen Qualitätsmanagements zeigt, welche Zeitdauer eine Veränderung von der Idee bis zum Ansatz im ambulanten Sektor benötigt, von Projekten wie dem elektronischen Arztbrief oder der elektronischen Patientenakte einmal gang abgesehen.
(7) Veränderungen können nur reibungslos und mit Nutzen implementiert werden, wenn sie auf einer soliden Grundlage aufbauen. In Arztpraxen werden – über alle Fachgruppen und Praxisformen bzw. –größen betrachtet – durchschnittlich aber nur 53% der für ein reibungslos funktionierendes Praxismanagement notwendigen Regelungen und Instrumente eingesetzt. Vor diesem Hintergrund können viele Digital-Ansätze gar nicht greifen, da ihnen das Fundament hierfür fehlt. Z. B. ist eine Integration der Online-Sprechstunde in Praxen mit einer unzureichenden Organisation der realen Patientenkontakte gar nicht möglich.
(8) Ohne Bezahlung läuft nichts oder nur wenig: obwohl Ärzte immer wieder darauf verweisen, keine Kaufleute zu sein und sich gegen alles Betriebswirtschaftliche wehren, dominiert bei der Diskussion über Innovationen stets an erster Stelle die Honorarfrage und es kommt kaum etwas in Gang (Beispiel: elektronischer Arztbrief), wenn nicht entsprechende Abrechnungs-Ziffern existieren.

Was Anbieter tun können, um ihre Lösungen dennoch in der Breite zu vermarkten, beschreibt Teil 3 dieser Mini-Serie am 02.12.2016

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

IFABS TeleConsulting-Shop

From → Arztpraxis, eHealth

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