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d-change: Acht Gründe, warum die Digitalmedizin bei niedergelassenen Ärzten bislang nur auf geringe Resonanz stößt und was Anbieter dagegen tun können (1)

28. November 2016
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Es geht nicht so richtig voran mit der Digitalisierung der Arbeit in Arztpraxen. Eine wachsende Anzahl von Angeboten steht zur Anwendung bereit, doch die Akzeptanz im ambulanten Bereich ist gering. Bei der Suche nach Möglichkeiten, die technischen Optionen auf breiter Basis zu implementieren, müssen sich Digital-Anbieter – wie die Resultate einer Serie von d-change-Gruppendiskussionen mit niedergelassenen Ärzten zeigt – deutlich intensiver mit den Determinanten ärztlichen Handelns und Entscheidens auseinandersetzen, um mit angepassten Maßnahmen hieran anknüpfen. Acht Gründe spielen hierbei eine Rolle:
(1) Die meisten Anbieter digitaler Lösungen setzen bei ihren Informations- und Kommunikations-Aktivitäten ein bestimmtes technisches Know-how bzw. eine Grund-Affinität zu digitalen Hilfen voraus. Das hierbei unterstellte Niveau liegt jedoch nach Aussagen der befragten Ärzte deutlich über den Kenntnissen des „Durchschnitts-Arztes“ und entwickelt sich von hier aus auch noch weiter. Betrachtet man beispielsweise die PC-Architektur in vielen Praxen und ihre Anwendung, wird schnell deutlich, wo das reale Niveau angesiedelt ist. Und auch die Tatsache, dass die meisten Praxisinhaber ein Smartphone oder einen Tablet PC nutzen, bedeutet nicht, dass sie auch mit deren Funktionsweisen detailliert vertraut sind.
(2) Als Anwendungs-Motivation werden Argumente wie Produktivitäts- und Effizienzsteigerung oder Kostensenkung verwendet. Ihr Trigger-Effekt ist für die ärztlichen Zielpersonen jedoch nur gering, da sie betriebswirtschaftliche Termini eher skeptisch betrachten und auch mit Ansätzen wie Opportunitätskosten meist nichts anfangen können.
(3) Aus der Perspektive der Ärzte werden häufig Lösungen für Probleme angeboten, die sie selbst gar nicht als solche empfinden. Ein Beispiel ist die Online-Videosprechstunde: über welchen Kanal Mediziner mit ihren Patienten kommunizieren, ist den meisten gegenwärtig eher gleichgültig, bei der Online-Sprechstunde sehen sie allein die zusätzlichen monatlichen Mietkosten, eine weiterführende Nutzenbetrachtung erfolgt erst gar nicht.
(4) Niedergelassene Ärzte sind auf Leitlinien, Standards und Normen konditioniert, für die Angebote der Digitalwirtschaft existieren diese (noch) nicht. Referenzen einzelner Ärzte auf die Funktionsfähigkeit allein reichen zur Implementierung nicht aus. Hinzu kommt ein ausgeprägtes Sicherheitsbestreben auf Seiten der Mediziner: man möchte eine Garantie haben, das die in Frage kommenden Digital-Lösungen auch langfristigen Bestand (Service, Ersatzteile etc.) haben, ein Versprechen, das besonders neu etablierte Unternehmen noch gar nicht geben können. Ebenso fehlen Erfahrungen von Kollegen auf breiterer Basis, die man um Rat fragen könnte.

Fortsetzung am 30.11.2016

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

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From → Arztpraxis, eHealth

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