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Digitalisierung der Klinik-Praxis-Kommunikation: Die Technik allein löst keine Probleme

2. September 2016

Der Kommunikations-Turbo?
Wenn es um die Vorteile geht, die eHealth-Lösungen bei der Zusammenarbeit von Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten bieten, stehen technische Vorteile im Vordergrund, die sich vor allem in der Schnelligkeit des Datenaustausches und der Kommunikation niederschlagen. Das klingt oberflächlich betrachtet vielversprechend und überzeugend, doch eine intensivere Beschäftigung mit dem Thema kommt zu einem anderen Resultat.
Übertragungsgeschwindigkeit ungleich Bereitstellungstempo
Nimmt man das Beispiel der Übermittlung von Klinikbefunden an Hausärzte, so ist mit Schnelligkeit zunächst nur die Geschwindigkeit der Übertragung gemeint, nicht jedoch die Zeitspanne, die von der Zusammenstellung bis zum Versand vergeht, d. h. die Bereitstellungs-Geschwindigkeit. Schon heute versenden Kliniken Arztbriefe per E-Mail, eine Kommunikationsform, die niedergelassene Ärzte sehr schätzen. Doch die Zeit, die vergeht, bis eine entsprechende Mail-Nachricht eintrifft, ist häufig nach wie vor ein Ärgernis.
Schnell zu unbrauchbaren Angaben
Aber selbst im Fall einer schnellen, d. h. zeitnahen Bereitstellung ist vielen ambulant tätigen Medizinern kaum geholfen, da die Inhalte der Informationen nicht ihren Anforderungen entsprechen. Hieraus ergeben sich häufig Rückfragen, die aber aufgrund fehlender oder schwer erreichbarer Ansprechpartner nur mit zeitlicher Verzögerung klärbar sind. So führt die Digitalisierung – wie es ein Hausarzt in einer Gruppendiskussion überspitzt formulierte – lediglich dazu, das Faxpapier eingespart wird, die wirklichen Probleme würden nicht gelöst.
Analog vor digital
Damit die digitale Kommunikation funktionieren kann, muss zunächst die analoge entsprechende inhaltliche Voraussetzungen schaffen. Immer noch ist eine viel zu geringe Abstimmung zwischen Klinik- und Praxisärzten zu beklagen, welche Informationen in welcher Form tatsächlich benötigt werden. Hierfür sind lediglich einfache Abstimmungsprozesse notwendig, in denen Mindest-Standards verabredet werden, doch unter Verweis auf die Arbeitsbelastung fühlt sich auf der Klinikseite niemand hierfür verantwortlich. Dabei spart der einmalige zeitliche Zusatz-Aufwand, den konkreten Bedarf der Niedergelassenen zu ermitteln, ein Vielfaches an Zeitverbrauch ein, der durch die Beantwortung von Nachfragen und die Beschaffung ergänzend benötigter Informationen entsteht.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren:
Thill, Klaus-Dieter: Digitalisierung der Klinik-Praxis-Kommunikation – Die Technik allein löst keine Probleme, BENCHMARK!, 02.09.2016

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