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Der Medikationsplan: Wer nicht informiert hat wird jetzt belohnt

30. August 2016

Eine breit gefächerte Ziel-Palette
Aufklärung, Compliance- und Adhärenz-Förderung, Arzneimittelsicherheit, Verbesserung der Gesundheitsversorgung: der demnächst in Kraft tretende Medikationsplan verfolgt eine Reihe anspruchsvoller Ziele. Wie die Fachpresse berichtet, differieren gegenwärtig jedoch die Vorstellungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Krankenkassen über das Honorar, das für die Erstellung des Medikationsplans gezahlt werden soll, noch sehr. Von Seiten der Arztvertretung wird vor allem der Zusatzaufwand angeführt, der für das Erfragen und Dokumentieren der Arzneimittel notwendig ist, da ja auch frei verkäufliche Medikamente sowie die Verschreibungen anderer Ärzte zu erfassen sind, ergänzt um die Information und Beratung der Praxisbesucher zu ihren Präparaten.
Hoher Nachholbedarf
Für sich betrachtet ist die Forderung der Ärzte, einen Zusatzaufwand entlohnt zu bekommen, gerechtfertigt. Anders sieht es jedoch aus, wenn man berücksichtigt, dass bislang eine ärztliche Medikamentenaufklärung zu den genannten Aspekten so gut wie gar nicht stattgefunden hat. Diese Aufgabe haben Medizinische Fachangestellte und Apotheker übernommen. Zudem ist dieser Informationsmangel auch zum Teil ursächlich für den Boom der medizinischen Internet-Informationsquellen. Dass dieser Bereich nun gesetzlich geregelt werden muss, ist unter dem Aspekt der Bürokratisierung bedauerlich, im Hinblick auf die Patienteninformation jedoch unerläßlich.
Honorar für nicht erbrachte Leistungen
Betrachtet man das gesamte Projekt und die Honorar-Verhandlungen vor diesem Hintergrund, ergibt sich noch eine ganz andere Sichtweise, denn gegenwärtig wird – überspitzt formuliert – über eine Realisierung und zusätzliche Entlohnung für in der Vergangenheit nicht erbrachte Leistungen verhandelt, da die Patientenaufklärung über Arzneimittel einschließlich der Frage, welche Präparate die Patienten sonst noch einnehmen, im Kern eine ärztliche Grundleistung ist, die im Rahmen der üblichen Beratungen schon immer hätte erfolgen müssen. Das Honorar hierfür ist damit eigentlich schon gezahlt.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren:
Thill, Klaus-Dieter: Der Medikationsplan: Wer nicht informiert hat wird jetzt belohnt, BENCHMARK!, 30.08.2016

IFABS TeleConsulting

From → Arztpraxis

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