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Gesundheitswesen: Unzureichendes Führungsmanagement mindert die Leistungsfähigkeit und -qualität

3. August 2016
Gesundheitswesen: Unzureichendes Führungsmanagement mindert die Leistungsfähigkeit und -qualität

Ein verkanntes Problem
Wenn es um die Analyse von Management-Optimierungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen geht, dominieren bei den Nennungen vor allem Ansätze aus den Aktionsbereichen „Organisation“, „Kommunikation“ und „Kooperation“. Kaum erwähnt wird die Personal-Führung, deren Intensität und Qualität entscheidenden Einfluß auf Leistungsfähigkeit der Akteure und des Gesamtsystems hat. Aber gerade hier existieren ungenutzt Reserven und damit wesentliche Verbesserungsmöglichkeiten.
Beispiel niedergelassene Ärzte

So liegt der Leadership Materialization Score (LMS, Einsatz der Führungsinstrumente im Vergleich zum Best Practice-Standard) über alle Fachgruppen betrachtet bei aktuell 46,3% (Optimum: 100%, Basis: Valetudo Arzt-Community©). Die Führungswirkung, gemessen als der Leadership Impact Score (LIS, Mitarbeiterzufriedenheit in Relation zu den Anforderungen) beträgt 39,5%. Das bedeutet, dass niedergelassene Ärzte gut die Hälfte der für einen reibungslos funktionierenden Praxisbetrieb notwendigen Führungsinstrumente nicht einsetzen. Erschreckend ist zudem, dass der ohnehin niedrige Wert im Zeitablauf gesunken ist, denn vor drei Jahren lag der LMS noch bei 51,6%.
Beispiel Delegation

Neben Stellenbeschreibungen, Führungsgesprächen, Teambesprechungen und Motivations-Maßnahmen verzichten die meisten Praxisinhaber u. a. auch auf eine konsequente Delegation aller nichtärztlichen Tätigkeiten. Dementsprechend werden in den Valetudo-Untersuchungen auch immer wieder die eine Arbeitsüberlastung der Mediziner und die Demotivation ihrer Medizinischen Fachangestellten thematisiert. Alle Führungs-Defizite zusammen beeinflussen die medizinische Versorgungsqualität und die Produktivität der Praxisbetriebe negativ, aber auch die Patientenzufriedenheit und die Zusammenarbeit mit anderen Leistungsanbietern. Ebenso wird die Entwicklung der Betriebe behindert, ein Aspekt, der vor allem im Hinblick auf die Digital-Medizin Relevanz hat.
Ursachenforschung

Die Gründe für die Führungs-Zurückhaltung der Ärzte sind, wie Interviews zur Thematik zeigen, äußerst vielfältig: die einen gehen davon aus, dass Führung im Erteilen von Anweisungen und in der Zahlung des Gehalts besteht, andere interessiert die Befindlichkeit der Belegschaft grundsätzlich nicht. Dritte fühlen sich aufgrund ihrer ohnehin hohen Arbeitsleistung nicht in der Lage, auch noch führungstechnisch aktiv zu werden und eine weitere Gruppe weiß gar nicht genau, wie sie in diesem Handlungsbereich aktiv werden soll.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren: 

Thill, Klaus-Dieter: Gesundheitswesen –  Unzureichendes Führungsmanagement mindert die Leistungsfähigkeit und -qualität, BENCHMARK!, 03.08.2016

Das alternative Konzept: Die Valetudo Arzt-Community©

Die Valetudo Arzt-Community© im Profil…

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From → Arztpraxis, IFABS

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