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Internet-informierte Patienten: Der wahre Grund ärztlicher Ablehnung

23. Juni 2016

Ein unbequemes Thema
Mit zunehmender Häufigkeit berichtet die Fachpressen über Vorbehalte, die niedergelassene Ärzte gegenüber Internet-informierten Patienten haben. Als Gründe werden vor allem die häufig unzureichende Qualität der Netzinformationen genannt sowie der hieraus resultierende zeitliche Aufwand zur Korrektur der gewonnenen falschen Ansichten und Überzeugungen.
Eine paradoxe Entwicklung
Betrachtet man die zeitliche und inhaltliche Entwicklung der Arzt-Patienten-Kommunikation, mutet diese Situation jedoch fast schon paradox an, denn noch vor wenigen Jahren klagten viele Praxisinhaber über die Passivität ihrer Praxisbesucher, die sich kaum mit ihrer Gesundheit / Krankheit beschäftigten und sich auch nur unzureichend informierten. Nun ist das Informationsverhalten – überspitzt formuliert – zu intensiv und falsch ausgerichtet.
Es wird emotional
Im Kern geht es jedoch um einen ganz anderen Aspekt. Das zeigen die Ergebnisse einer Reihe von Gruppendiskussionen und Tiefeninterviews zur Thematik: das Arzt-Patienten-Verhältnis steht vor einem Paradigma-Wechsel und einer Zeitenwende, denn die die bislang uneingeschränkt akzeptierte Fachautorität der Ärzte schwindet. Gefragt ist nun eine kompetente, dialogorientierte Beratung auf Augenhöhe. Die Mediziner spüren nach eigenen Angaben diese Veränderung zunehmend, wissen aber nicht, wie sie darauf reagieren und damit umgehen sollen. Hieraus resultiert eine Reihe von Emotionen, die die Praxisinhaber durchaus offen eingestehen:
– Ärger und Wut, sich rechtfertigen und verhandeln müssen
– Frustration, dass der Betreuungseinsatz den Patienten nicht genügt
– Verunsicherung und Irritation über die Macht des Internets
– Trotz resultierend aus der mangelnden Bereitschaft, sich auf Druck von außen umzustellen zu müssen.
Die Entwicklung ist nicht aufzuhalten
Alle diese Emotionen münden letztendlich in die akute Notlösung einer Abwehr bzw. Zurückweisung der Patienten-Ansprüche. Doch dieses Verhalten ist nichts anderes als den Kopf in den Sand zu stecken. Ärzte müssen vielmehr selbst aktiv werden und persönliche Strategien finden, die Entwicklung für das eigene Patienten- und Praxismanagement zu adaptieren, denn eine Rückkehr zum „alten Zustand“ ist nicht mehr möglich.

©Klaus-Dieter Thill / IFABS

Diesen Beitrag zitieren: Thill, Klaus-Dieter: Internet-informierte Patienten: Der wahre Grund ärztlicher Ablehnung, Benchmark!, 23.06.2016

Optimierung des Praxismanagements: Vitaldaten-Check identifiziert im Benchmarking-Vergleich mit der Arbeit von mehr als 7.000 niedergelassenen Ärzten sowie dem Best Practice-Standard durchschnittlich 38 Verbesserungsvorschläge

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From → Arztpraxis

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