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Das Praxismanagement in Ärztenetzen auf dem Prüfstand: Betriebswirtschaftlich nur bedingt professionell

22. September 2011

Praxisnetze bieten ihren Mitgliedern eine Reihe von Vorteilen. U. a. fördert eine Mitgliedschaft die Qualität der Patientenversorgung und unterstützt die Kommunikation und Kooperation mit anderen Praxen sowie mit Kliniken. Eine Studie des Instituts für betriebswirtschaftliche Analysen, Beratung und Strategie-Entwicklung (IFABS) in Düsseldorf ging der Frage nach, ob sich eine Netz-Mitgliedschaft auch auf das Praxismanagement niederschlägt, d. h. ob Netzärzte ihre Praxis anders führen als Nicht-Netzärzte. Zur Untersuchung dieser Frage wurden die Instrumente und Regelungen der Praxisführung in hundert allgemeinärztlich tätigen Netzpraxen mit dem Management in strukturell gleichen Nicht-Netzpraxen dieser Fachgruppe verglichen.
Methodische Grundlage der Untersuchung bildete das Benchmarking-Praxisanalyse-System des Instituts (Thill, Klaus-Dieter: Das Praxisanalyse-Benchmarking-System, Norderstedt 2010, BOD-Verlag, ISBN 78-3-8391-5335-2), ein Ferndiagnose-Verfahren, mit dessen Hilfe alle Bereiche der Praxisführung – von der Planung über Organisation, Führung, Marketing bis zum Finanzmanagement, ergänzt um die Mitarbeiter- und Patientenzufriedenheit – detailliert aus betriebswirtschaftlicher Sicht bestimmt und verglichen werden können.

Die Ergebnisse im Überblick
– Praxisführung: Netz-Praxen fixieren sich in der Ausrichtung ihrer Tätigkeit im Wesentlichen auf die Netz-Mitarbeit und schränken hierfür ihre eigenständig-individuelle unternehmerische Tätigkeit (auch für IGeL) deutlich ein.
– Mitarbeiterzufriedenheit: da die Mitarbeiterführung der Netzpraxis-Inhaber zu Gunsten der Patientenbetreuung geringer ausgeprägt ist als in der Fachgruppe, resultiert hieraus auch eine Mitarbeiterzufriedenheit unterhalb des Durchschnittsniveaus. Die Netz-Zugehörigkeit hat damit keine fördernde Auswirkungen auf die Arbeitsmotivation des Personals und damit auch nicht auf die Arbeitsproduktivität.
– Patientenzufriedenheit: die Vorteile eines intensivierten Patientenmanagements schlagen sich in einer verbesserten Patientenversorgung, aber nicht in einem größeren Patientenbindungs- und –gewinnungspotential nieder. Auch hierdurch wird die Position von Netzpraxen als Unternehmen geschwächt.

Bewertung der Ergebnisse
Arztpraxen in Netzen verbessern die Qualität der Patientenversorgung, eine starke Ausrichtung auf die Netzarbeit führt aber aus betriebswirtschaftlicher Sicht zu einer schlechten unternehmerischen Position der Mitgliedspraxen. Das ist für Netzpraxen so lange kein Problem, wie sie ihrem Verbund zugehören und fest eingebunden sind. Sollte die Netzeinbindung jedoch aus endo- oder exogenen Gründen auslaufen, haben Netzpraxen eine deutlich schlechtere Marktstellung als Praxen der Fachgruppe, die keinem Netz angehören.

Eine Studienzusammenfassung kann über die Adresse post@ifabs.de angefordert werden.

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From → Arztnetz, Arztpraxis

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